5. SONNTAG im Jahreskreis
Erste Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja (58,7-10):
Evangelium nach Mt (5,13-16):
Jesus sagt zu uns: „Ihr seid wie Salz, das dem Leben Geschmack gibt. Ihr seid wie Licht, das das Dunkel im Leben vertreibt.“ Fühlen wir uns da nicht ein wenig überfordert? Geben wir durch unser Verhalten dem Leben mehr Geschmack? Verbreiten wir wie das Licht Wärme und Freude? Wirken wir wirklich so in unserer Umgebung, unter den Menschen, mit denen wir zu tun haben? Oder sind diese Worte, die Jesus im heutigen Evangelium spricht, nicht irgendwie irritierend? Was kann er damit gemeint haben? Trifft das auch auf uns zu?
Der große Freiheitskämpfer von Indien, Mahatma Gandhi, dürfte einmal gesagt haben: „Ich würde Christ werden, wenn die Christen erlöster ausschauen würden.“ Vielleicht empfinden wir die christliche Botschaft nicht, oder zu wenig, als „frohe“, frohmachende Botschaft?
Es hängt von unserer Lebenspraxis, von der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen ab, ob wir dem Leben einen guten Geschmack geben. Oft geschieht das unscheinbar, im Stillen, im Kleinen. Oft sind es die kleinen Taten, die kleinen Worte, die das Leben anderer schmackhafter machen. Ein Lächeln. Ein fröhlicher Gruß. Es geht darum, durch unser konkretes Verhalten Güte, Liebe, Freude in unserer Umgebung zu verbreiten und dadurch dem Leben Geschmack zu geben.
Im Evangelium vom vergangenem Sonntag hat Jesus gesagt: „Glücklich seid ihr, wenn ihr.... Frieden stiftet, barmherzig seid, gerecht, ehrlich mit aufrichtigem Herzen lebt, keine Gewalt durch eure Worten und Taten anwendet; wenn ihr solidarisch seid mit Menschen, denen es nicht gut geht…“
Wir können nur Licht bringen, wenn wir selbst innerlich brennen. Unser Herz muss brennen für Gott, für Jesus, sonst können wir nicht ansteckend wirken. Wenn das Evangelium, die Botschaft von Jesus, in uns lebt, kann es Menschen ansprechen. Wenn wir aus einer inneren Betroffenheit heraus reden und handeln kann es anderen einleuchten, dass es gut ist an Gott zu glauben. Wenn in uns eine Begeisterung für Jesus spürbar ist, dann kann diese Begeisterung wie ein Funke auf andere überspringen.
Aber Jesus meint: Die Menschen sollen unsere guten Taten sehen, nicht, damit wir selbst gut dastehen, sondern: "damit die Menschen den Vater im Himmel preisen". Denn er ist es, der in uns Güte, Liebe und Freude bewirkt. Es ist, weil wir in Verbundenheit mit Gott leben, dass seine Kraft in uns wirken kann.
Heute fordert Jesus uns wieder heraus: Unsere christliche Lebensweise soll so echt, so überzeugend sein, dass von ihr eine Kraft ausgeht, die dem Leben mehr Geschmack, mehr Qualität gibt, mehr Freude macht.
Da gibt es einen schönen Spruch: „Wenn viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, viele kleine Schritte tun, dann verändert sich die Welt.“ Dann sind wir Salz und Licht für unsere Mitmenschen!